|
Norddeutsche Rundschau” vom 7.Aprill 2006 Almut Michelkowski: "Ein Leben ohne Bogen kann ich mir nicht vorstellen" Rekordschützin im Bogenschießen Kellinghusen (sch) „Schon beim ersten Training habe ich das Talent bei Almut erkannt. Von ihrer Güte kenne ich nur ganz wenige in Deutschland“, sagt Arno Ruh (53), Vorsitzender und Trainer der Bogenschützen im 1. Kellinghusener Bogenclub. Zu seinen Schützlingen zählt Almut Michelkowski (61), seit 2000 Mitglied im Club. Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere: Im vergangenen Jahr stellte sie bei den Landesmeisterschaften in Stapelfeld zwei neue Deutsche Rekorde für die Altersklasse Ü-50 auf. In der FITA-Runde verbesserte sie die alte Bestmarke um zehn auf 1192 Ringe, und im Wettbewerb über 40 Meter hob sie die neue Bestmarke um zehn auf 299 Ringe an. Darüber hinaus gelang es der Schützin im vergangenen Jahr, bei den Deutschen Meisterschaften in Lauterbach/Rhön zwei Bronzemedaillen zu gewinnen: In der Waldrunde schoss sie 273 Ringe. In der Feldrunde waren es 173. Auch in diesem Jahr setzte sie ihre Erfolgsserie auf Bundesebene fort. Die Deutschen Meisterschaften (Waldrunde in Malsch/Bade-Württemberg) beendete sie auf dem Bronzerang (286 Ringe), in der Feldrunde reichten 173 Ringe zum fünften Platz. Bei den 3D-Meisterschaften in Wendershausen/Rhön holte sie sich als einzige Frau unter lauter Männern den achten Platz. Der Sieg bei der Landesmeisterschaft FITA-Feld in Klein Rönnau rundete die durchweg erfolgreiche Saison 2005 ab. Dazu Arno Ruh: „Almut schießt alle Deutschen Meisterschaften mit. Auch das hat in Deutschland Seltenheitswert.“ Als Trainer hat er die Erfahrung gemacht, dass viele Spezialisten sein wollen. „Die Kunst ist es aber, wie Almut in allen Bereichen präsent zu sein. Das erfordert viel intensives und unterschiedliches Training“, bemerkt er. Für Almut Michelkowski begann der Bogensport mit Eintritt in den Vorruhestand. Sie suchte für sich eine neue Herausforderung und fand ihre sportliche Erfüllung im Bogensport letztlich durch den Kontakt zu Arno Ruh. Er machte ihr den Sport schmackhaft. „Ein Leben ohne den Bogen kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen“, betont sie. Drei- bis viermal pro Woche zieht es Almut Michelkowski nach Kellinghusen auf die Trainingsanlage. Jede Einheit dauert etwa drei Stunden. Eingepackt sind darin die verschiedensten Übungen, ohne die sich der Erfolg nicht eingestellt hätte. Und dennoch: Almut Michelkowski hat nicht nur Sternstunden im Sport erlebt. 2002 war für sie ein deprimierendes Jahr mit viel Stagnation. Arno Ruh: „Das ist dann die Phase, in der sich entscheidet, ob man dabei bleibt. Viele springen im Tief ab, Almut hat sich herausgekämpft.“ Für Almut Michelkowski war das eine wertvolle Erfahrung: „Jetzt weiß ich hundertprozentig, dass man aus dem Tief herauskommt – meistens gestärkt. Und diese Stärke merke ich jetzt.“ Beleg sind unter anderem die Deutschen Ü-50-Rekorde und drei Bronzemedaillen. Das Terrain innerhalb der Bogensport-Bewegung ist für Almut Michelkowski aber nicht nur die eigene Aktivität. Um den Sport insgesamt voranzubringen, hat sie sie sich entschlossen, auch auf Verbandsebene Flagge zu zeigen. Sie ist Präsidiumsmitglied im Deutschen Bogensportverband, Bogenreferentin für den Kreis Steinburg und Sportwartin in ihrem Verein.:
|